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Ein Urgestein des Landesverbandes versetzt sich in Unruhestand
Verabschiedung von RinAG Brunhilde Baumunk in Frankfurt (Oder)
Viele waren gekommen, und es war ein großer Bahnhof mit prächtiger Feierstunde und schönem Empfang, mit dem sich die über viele Jahre amtierende Direktorin RinAG Brunhilde Baumunk am 08.12.2006 in den Vorruhestand verabschiedete.
Auf der Landesvertreterversammlung wusste der Vorsitzende Herr Clavée zu berichten, dass, nennt man ihren Namen, viele Angesprochene sie als Urgestein bezeichnen. Zu Frau Baumunk passt das Wort zugegebenermaßen nicht. Es klingt nach Alter und Verwitterung, und damit tut man der Kollegin wahrlich unrecht. Goethe, der offenbar zu allem etwas gesagt hat, nennt aber Urgestein das Gestein, aus dem sich alle anderen Gesteinsarten entwickeln und differenzieren lassen, womit er den Granit meint, also ein besonders hartes Gestein. Und insofern – sieht man den Landesverband als eine Art Steinbruch an – könnte es passen. Dennoch befürchte ich, dass sie eines dieser schönen, seltenen, besondern Einhörner war, das nun nicht mehr mit uns im Dickicht des Rechts streitet.
Vor gut 16 Jahren, am 26.11.1991, gründeten 24 Kolleginnen und Kollegen im ehemaligen „Wittemberger Hof“ in der Gubener Straße die Bezirksgruppe Frankfurt (Oder), die damit Keimzelle des sich erst im April 1992 gründenden Landesverbandes des Deutschen Richterbundes im Land Brandenburg wurde. Da sie nicht nur besonders engagiert war, sondern auch und vor allem das uneingeschränkte Vertrauen ihrer Kolleginnen und Kollegen genoss, wurde Frau Baumunk gleich mit den Geldangelegenheiten betraut und zur Schatzmeisterin gewählt, die sie für lange 13 ½ Jahre bis zum Mai 2005 blieb. Im Laufe der Jahre übernahm sie, wie es ihre Art ist, freundlich, in aller Stille, verantwortungsvoll, verlässlich und mit viel Geschick auch die organisatorischen Aufgaben für das Bezirksgruppenleben – und wir haben viele schöne Ausflüge gemacht, besondere Theaterstücke gesehen, klangvolle Konzerte gehört und dazu stets gut gespeist.
Auch in den Landesverband brachte sich Frau Baumunk mit Herz und Engagement ein, organisierte die Fahrten zu Landesvertreterversammlungen und wirkte unermüdlich als Delegierte und Kassenprüferin der Finanzen des Landesverbandes an den Landesvertreterkonferenzen mit.
Auf der Feierstunde war schön zu hören, dass Frau Baumunk sich nach sechsunddreißigundeinhalb Jahren als Richterin trotz der doch häufig großen physischen und psychischen Belastungen sicher war, ihre Berufung in ihrer Arbeit im Familien-, Vormundschafts- und Betreuungsrecht gefunden zu haben. Auch wenn ihre Wahl zunächst auf das Wirtschaftsrecht gefallen war, weil sie glaubte, dort mit den menschlichen Konflikten nicht wie im Strafrecht und im Familienrecht unmittelbar konfrontiert zu werden, hat sie schließlich doch festgestellt, dass ihr die andern Bereiche mehr liegen: Der Wechsel ins Familienrecht, das Vormundschaftsrecht und das Betreuungsrecht haben mir eine andere Sicht auf das menschliche Zusammenleben vermittelt. Man ist mittendrin und schlängelt sich nicht nur so vorbei.
Vorbeigeschlängelt hat sie sich nie; auch ein hartes oder lautes Wort habe ich nie von ihr gehört. Vielmehr hat sie sich stets freundlich und offen als Gesprächspartnerin und gute fürsorgliche Ratgeberin zur Verfügung gestellt. Mit ihren wie immer charmanten, bescheidenen allerdings auch berührenden Worten hat Frau Baumunk vielen für die Zusammenarbeit gedankt. Und ich wusste es doch: Denn so heißt es, dass es das scheue Einhorn ist, dass mit seinem freundlichen und bezaubernden Wesen nicht nur karges und / oder verwüstetes Land wieder zum Blühen bringt, sondern auch seinen Lebensraum, in dem nach außen immer Frühling herrscht, beschützt und behütet und um es herum die Tiere und Pflanzen gesünder und schöner sind.
Wir, die wir im Land, im Amtsgericht und im Richterbund nun ohne sie auskommen müssen, bedanken uns sehr herzlich für viele Jahre, in denen wir mit ihr arbeiten durften:
Wir werden Sie vermissen, bleiben Sie gesund und machen Sie es gut, Frau Baumunk!
